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VueScan   
Thomas Gade    neue Fassung 2007 / 2008

Allgemeines

VueScan ist ein Programm zum Scannen und zur Stapelverarbeitung von Bilddateien. Es ermöglicht die Bedienung von knapp 800 verschiedenen Scannern und verarbeitet RAW-Dateien aus Digitalkameras und Adobes DNG Format, beinhaltet eine OCR (Texterkennung) und gibt PDF-Dateien aus. Mit Hilfe von VueScan sind Scanner, Kameras, Monitore und Drucker profilierbar. Das Programm enthält einen Universaltreiber für viele Scanner. Die Originalsoftware des Herstellers wird meist nicht benötigt.

Es gibt zwei Versionen, nämlich VueScan und VueScan Pro. Sie existieren für Linux, Mac und Windows Betriebssysteme. Die VueScan Pro Version kostet 79 $ und kann auf der Website www.hamrick.com online erworben werden. Es ist nicht empfehlenswert, die günstigere nicht-Pro Version zu kaufen. VueScan ist englischsprachig und es sieht nicht danach aus, dass der Entwickler, Ed Hamrick, etwas daran ändern möchte. Der Preis beinhaltet kostenlose updates. Das Programm wird laufend verbessert und an neu erscheinende Scanner, Digitalkameras, Dateiformate etc. anpasst. Fragen beantwortet Hamrick persönlich und schnell per Email.

VueScan ermöglicht bestmögliche Scans mit hoher Farbtreue. Gemessen an seinem Nutzen ist es spottbillig. Zum Funktionsumfang gehört Multi-Sampling, Scannerprofilierung, Infrarotreinigung (mit geeigneten Scannern), Farbrestaurierung und etliches mehr, womit die Konkurrenz lautstark angibt und sich sehr teuer bezahlen läßt.

Es lassen sich drei Menueeinstellungen aufrufen: guided, less und advanced. Mit 'guided' unterstützt ein Assistent das Eintragen der Vorgaben. Mit 'less' (weniger) werden weniger Einstellungen angezeigt wie mit 'advanced' (mehr/fortgeschritten). Je nach angeschlossenem Scanner oder gewünschten Optionen, verändern sich die Menues. Es gibt die Ausgabeformate: tif, jpg, ocr-text und pdf.

Benutzeroberfläche



VueScan hat in der oberen Zeile ein Menue mit diversen Einstellungen.


Darunter befinden sich sechs hintereinanderliegenden Registerkarten die jeweils einem Thema zugeordnet sind. Mit einem Klick auf einen Begriff schiebt sich die dazugehörige Registerkarte in den Vordergrund.


Hier sieht man beispielhaft die Karte 'Input' zur Eingabe von verschiedenen Vorgaben. Grundsätzlich werden hier folgende Festlegungen getroffen:

Welche Aufgabe ist zu erfüllen?
Aus welcher Quelle stammen die Bilder? / Welcher Scanner wird benutzt?
Welcher Vorlagentyp soll gescannt / verarbeitet werden?
Sollen mehrere Bilder nacheinander bearbeitet werden?
Mit welcher Auflösung werden die Bilder gescannt ?

etc.

Je nach benutztem Scanner oder sonstigen Bildquelle zeigen die VueScan-Registerkarten unterschiedliche Felder an. Wenn es nicht möglich ist, mit einem Scanner mehrere Bilder in einem Arbeitsgang nacheinander bearbeiten zu lassen, wird die Option 'Batch scan' nicht angeboten.

Statt 'Multi exposure' könnte 'Multi scan' zu sehen sein. Für Scanner mit einer infrarotgestützten Schmutz- und Kratzerbeseitigung erscheint in der Registerkarte 'Filter' eine An- und Ausstellmöglichkeit dieser Funktion. Verfügt ein Scanner nicht über diese Technik, erscheinen die diesbezüglich relevanten Einstellfelder nicht.


 

 


Unten findet man folgende Leiste:

Mit 'Preview' wird eine Voransicht erstellt. 'Scan' löst den Scannvorgang aus. 'Guide me' ist eine Assistenzfunktion, die Anfänger unterstützt. 'Less' oder 'More' verändern das Aussehen der Registerkarten. Mit 'Less' wird die Menge der Einstellfelder reduziert. Mit 'More' werden alle verfügbaren Optionen angezeigt. Ein Klick auf 'Refresh' zeigt das Vorschaubild nach der Anwendung der getroffenen Einstellungen. Die Zeichen auf der rechten Seite erklären sich selbst: Speichern, drucken, drehen, Vorschaubild verkleinern oder hineinzoomen. Mit den Pfeilen wird aus mehreren Vorschaubildern, die im Arbeitsspeicher (!) vorhanden sind, eines ausgewählt. Während des Scannens erscheint die Schaltfäche 'Abort'. Ein Klick darauf bricht die laufenden Aktionen ab. Um eine Stapelverarbeitung anzuhalten, wird besser „Input|Batch scan“ auf „Off“ gestellt, nachdem das aktuelle Einzelbild fertiggestellt ist.



Wird auf 'Guide me' geklickt, ändert sich das Aussehen der unteren Leiste:


In diesem Modus fragt das Programm Schritt für Schritt ab, welche Aufgabe der Anwender erfüllt haben möchte. Nach jeder Eingabe klickt man auf die grüne 'Next' Schaltfläche in der unteren Zeile.


Unter den Karteikarten kann eine Grafik eingeblendet werden. Beispielsweise das Histogramm. Es hat nicht, wie in anderen Programmen üblich, drei Regler, sondern nur zwei zur Festlegung der Weiss- und Schwarzpunkte. Alternativ kann eine Gradationskurve eingeblendet werden. Sie besteht aus der gewohnten Diagonale und kann über zwei Schieberegler manipuliert werden.
       
Es gibt weitere Grafiken, die in der Praxis weniger bedeutsam sind.


Die rechte Hälfte der Benutzeroberfläche enthält ein Fenster zur Anzeige der Voransicht und des Scans.

Das Wählen eines Ausschnitts erfolgt so: Zuerst die „Preview“-Schaltfläche betätigen, dann die Ränder des Ausschnitts auf die gewünschte Position bewegen oder den gesamten Rahmen verschieben oder mit gedrückter linker Maustaste einen neuen Rahmen ziehen. Für Scanner mit Autofokus wird die Fokusposition mit der Maus verändert indem das animierte Fokuspositions-Kästchen zur gewünschten Position bewegt wird. Den vom Programm automatisch gewählten Ausschnitt kann man mit einem Doppelklick auf das Bild wiederherstellen. Das “Preview”- [Vorschau-]Fenster vermittelt einen Eindruck, wie Farbe und Kontrast des fertig gescannten Bildes aussehen werden. Das „Scan“-Fenster zeigt nach dem Digitalisieren das Bild, welches als Datei gespeichert und/oder gedruckt werden kann.

Um einen Farbabgleich vornehmen, sucht man eine Bildstelle, die in natura grau ist. Darauf klickt man mit der rechten Maustaste (Mac OS: klicken und die Control-Taste gedrückt halten). Dieser Vorgang enstpricht der Anwendung der Graupipette im Photoshop und in anderen Bildbearbeitungsprogrammen.

Der so vorgenommene Farbabgleich kann mit einem Doppelklick auf das Bild zurückgesetzt werden (Mac OS: Control-Taste gedrückt halten).

Die Farbwerte und die Position des Pixels unter dem Mauszeiger sind in der Statusleiste unten rechts zu lesen, wenn der Cursor über das Bild bewegt wird.

Die Dichte [density] eines beliebigen Punktes wird angezeigt, wenn der Mauszeiger bei gedrückter STRG-Taste über das Bild bewegt wird.

Nach Veränderung einer Einstellung, die das Aussehen des „Preview“ [Vorschau] oder eines Scans beeinflusst, entsteht eine kurze Verzögerung, nach der die Anzeige aktualisiert wird. Das kann man vermeiden, indem "Prefs|Auto refresh" deaktiviert wird und „Prefs|Refresh delay“ [auf der Registerkarte „Prefs“] auf 0 steht. Die Aktualisierung erfolgt dann manuell mit einem Klick auf 'Refresh' in der unteren Leiste.

Die Wirkung von Einstellungenänderung(en) werden bei gedrückter Alt-Taste (Mac OS: Option-Taste) mit einem Mausklick sichtbar. Auf diese Weise kann man zwischen einem veränderten und dem ursprünglichen Aussehen hin- und herschalten.


Infos zu den Funktionen Preview, Scan und Save (Diskettensymbol)

Die Wirkungsweise ist abhängig von diversen Einstellungen in den Registerkarten.

“Preview” [Vorschau]

Ein Klick auf diese Schaltfläche bewirkt einen raschen Vorschau-Scan des Bereichs, der in „Crop|Preview area“ festgelegt wurde und zeigt das Ergebnis im Vorschaufenster. Eine Vorschau (bzw. Voransicht) erfolgt normalerweise mit einer niedrigern Auflösung. In der Vorschau wird der Bildausschnitt festgelegt und Einstellungen hinsichtlich der Filterung, Farbabgleich, Helligkeit etc. geprüft, die beim endgültigen Scan angewandt werden. Wenn mehrere Vorschaubilder erstellt werden (z.B. von einem Filmstreifen in einem geeigneten Scanner), benutzen man die „Input|Batch scan“ Einstellung. Es können mehrere Vorschaubilder im Speicher behalten werden. Man wechselt zwischen den verschiedenen Bildern mit der Funktion „Input|Frame number“.
Werden Dateien von der Festplatte oder einem anderen Speichermedium verarbeitet und die Nummer der ersten Datei einer durchnummerierten Serie (z.B. scan0001.tif) eingeben, können sie für das Auswählen einer Datei die Einzelbildnummer benutzen. Wenn zum Beispiel „Input|Files“ auf „scan0001.tif“ eingestellt ist und „Input|Frame number“ auf den Wert 12, wird VueScan die Datei „scan0012.tif“ suchen, wenn auf „Preview“ gedrückt wird. Andere Optionen für das Festlegen von Nummerierungen für VueScan-Dateien sind im Abschnitt über die „Output“-Registerkarte beschrieben.

“Scan”

Bei einem Klick auf diese Schaltfläche wird gescannt, das Bild im Scan-Fenster angezeigt und optional in die Dateiformate gespeichert, die in der Registerkarte „Output“ eingestellt wurden.
Wenn ein Vorschau-Scan nicht verfügbar ist, wird VueScan erst eine Vorschau durchführen, um Belichtung und Freistellungsbereich zu berechnen. Wenn „Input|Lock exposure“ aktiviert ist und „Crop|Auto offset“ und „Crop|Auto rotate“ nicht, wird keine Vorschau durchgeführt. Wenn sie mehr als ein Einzelbild scannen möchten, benutzen sie die Einstellung „InputBatch scan“. Wenn sie aus einer Datei scannen und die Nummer der ersten Datei einer durchnummerierten Serie (z.B. scan0001.tif) eingeben, können sie zum Auswählen einer Datei die Einzelbildnummer benutzen. Wenn zum Beispiel „Input|Files“ auf „scan0001.tif“ eingestellt ist und „Input|Frame number“ auf den Wert 12, wird VueScan die Datei „scan0012.tif“ suchen, wenn auf „Preview“ gedrückt wird. Andere Optionen für das Festlegen von Nummerierungen für VueScan-Dateien sind im Abschnitt über die „Output“-Registerkarte beschrieben.

“Save” [Diskettensymbol]

Ein Klick auf diese Schaltfläche bewirkt das Speichern des letzten Vorschau-Scans oder endgültigen Scans als TIFF-, JPEG-, PDF-, OCR-Text-, Index- und/oder Rohdatei, wie in der Registerkarte „Output“ festgelegt. Wurde gerade eine Vorschau erstellt, wird das Vorschaubild gespeichert. Wurde gerade gescannt, wird der Scan gespeichert. Der einzige Unterschied wird die Auflösung der Ausgabedatei(en) sein, die bei „Input|Preview resolution“ und „Input|Scan resolution“ festgelegt ist. Der Ausschnitt, Filter und Farbeinstellungen werden auf sowohl auf die Vorschau wie auf den Scan angewandt. Normalerweise wird man nur die Scans speichern. Steht „Input|Auto save“ auf „Scan“ einstellen, wird automatisch gespeichert, nachdem der Scan erfolgt ist. Wenn nach dem Scannen Änderungen des Ausschnitts, der Filter- oder Farbeinstellungen vorgenommen werden sollen, muss nicht nochmal gescannt werden. Man ändert einfach die Einstellungen und erzeugt mit einem Klick auf die Schaltfläche „Save“ eine oder mehrere weitere Dateien des Bildes erzeugt. Das ist möglich, da VueScan die Rohdaten des Bildes im Arbeitsspeicher behält und verschiedene Ausgaben davon veranlasst werden können ohne jedesmal neu scannen zu müssen.


Deutschsprachige Anleitung Deutsches Vuescan Tutorial german language deutsche version


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Tutorial
1999 - 2009 © Thomas Gade - Jede Veröffentlichung ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet.